Das Casino im Wandel der Zeit

Die Ausstellung steht im Casino — leider können wir sie momentan allerdings nur online präsentieren. Deswegen sind hier von den Kuratorinnen kommentierte Videos und weiterführende Informationen zu finden.

1994 - 2000er

Die Fachhochschule Potsdam zog 1995 mit den ersten Studiengängen auf den Campus an der Pappelallee. Man bemühte sich, die Geschichte des Campus als ehemaligen Kasernenstandort aufzuarbeiten. In Gespräche mit Anwohner*innen berichteten diese von ihren Begegnungen mit den sowjetischen Soldaten. Die Essensversorgung der Soldaten war knapp – zeitweilig reichten die Anwohner*innen Lebensmittel über den Zaun. 

Nach Abzug der Truppen fanden Studierende Verpflegungskarten der Sowjetarmee. Auf diesen Verpflegungskarten waren die Speisen der Stationierten dokumentiert. Den Soldaten wurde beispielsweise Tee und Butter in Konservendosen zur Verfügung gestellt. Die Offiziere hatten hingegen deutlich mehr Lebensmittel auf ihrem Speiseplan.

1945 bis 1994

Die Streitkräfte der Sowjetunion waren in ganz Potsdam präsent. In den ersten Monaten war das Gelände der Kaserne Pappelallee weniger strikt von den umliegenden Häusern abgegrenzt. Nachdem es allerdings wiederholt zu Übergriffen und Vergewaltigungen seitens der stationierten Soldaten gegenüber den Bürger*innen kam, wurde das gesamte Gebiet durch Bretterzäune für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht.

1933 bis 1945

Auf der Grundlage des Versailler Friedensvertrages verfügte die Weimarer Republik nur in sehr geringem Maß über eigenes Militär. Als Hitler im Jahr 1933 die Macht ergriff, kam es zum Bruch des Vertrages. Im Rahmen der „Wiederwehrhaftmachung des Reiches“ wurden neue Kasernengebäude gebaut. Bis zum Jahr 1939 waren in Potsdam 1.500 Soldaten der Wehrmacht stationiert.[1]

[1] Schmidt, Wolfgang (2001): Historische Militärarchitektur in Potsdam heute. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.) Berlin: trafo Verlag.